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Hall of Fame of Startup Playground: micardo

Die vierte Ausgabe des grandiosen Startup Playground steht an! Vom 2. bis zum 4. Dezember verwandeln wir das SPACELEND wieder zum Zentrum der steirischen Startup-Szene. Um das gebührend zu feiern, haben wir vier Playground-Alumnis zu ihren Erfahrungen interviewt. In den nächsten vier Wochen findet ihr hier jede Woche ein Interview. Unser letztes Interview haben wir mit micardo geführt. micardo hat am Startup Playground 2015 teilgenommen und hat für den 02. Dezember einen Relaunch geplant.

Was ist micardo?

micardo ist eine Plattform, auf der man in Deutschland und Österreich nach neuen und gebrauchten Autos suchen kann. Es werden einem automatisch die 10 besten Autos mit dem besten Preis/Leistungs-Verhältnis angezeigt; allfällige Transport- und Importkosten bereits eingerechnet. Da der Markt in Deutschland 14x so groß ist wie jener in Österreich, zahlt sich dieser Vergleich allemal aus. Auf Wunsch bekommt man das Fahrzeug dann sogar vor die Haustür gestellt – anmeldefertig und mit Rückgabegarantie.

Wie ist die Idee dazu entstanden?

Durch tägliches Autosuchen abends im Bett wurde Stefan schnell klar, dass man für jede Plattform in Österreich eine eigene App (gebrauchtwagen.at, willhaben.at, etc.) und somit auch viel Zeit braucht. Weitet man die Suche nach Deutschland aus, steigt dieser Zeitaufwand weiter an – und man muss noch dazu händisch die Import-Steuern sowie Transportkosten für jedes Fahrzeug berechnen. Das zahlt sich aber preislich fast immer aus, vor allem bei den deutschen Marken. Irgendwann haben wir dann den Entschluss gefasst, dass es das nicht sein kann – und begonnen, genau so eine Lösung des internationalen Fahrzeug-Vergleichs zu entwickeln.

Welche Erfahrungen konntet ihr aus dem Startup Playground mitnehmen und was hat euch am meisten weitergebracht?

Am Playground 2015 gab es unsere Runde (Florian und Stefan) erst zwei Monate. Wir waren also frisch zusammen gewürfelt und haben zum ersten Mal gemeinsam methodisch an unserer Idee gearbeitet. Da waren auch die einen oder anderen Diskussionen und Streitgespräche dabei, die aber sehr wichtig waren, da man auch gemeinsam „streiten können“ muss. Wir haben gelernt, wie man konstruktiv an einer Idee arbeitet, wie man ein Geschäftsmodell verständlich ausformuliert, und wie man seine Kundengruppe am besten identifiziert. Die größten Learnings für uns waren, wie wichtig es ist, seine Kundengruppe genau zu kennen, und auch, was alles an einer Idee missverstanden werden kann. Die Gespräche mit den Coaches waren sehr wertvoll, und machten unsere Idee immer mehr zu einem großen Ganzen.

micardo

Wie hat sich micardo seit dem Startup Playground weiterentwickelt?

Seit dem Playground 2015 ist unser Team um ein weiteres Mitglied gewachsen (Patrick), und wir stehen vor dem zweiten Release am 2. Dezember 2016. Das erste Release, das hauptsächlich Test-Zwecken diente, hat uns mit manuell ausgesuchten Schnäppchen nur wenig bestätigt, dass es für diese Idee wirklich einen Markt gibt. Auch waren wir mit dem Produkt technisch noch nicht so weit, wie es für einen sinnvollen Launch notwendig war. Dies möchten wir nun mit Version 2 des Produktes nachholen, wo Schnäppchen nun vollautomatisch ausgewiesen werden, gekoppelt mit einer Suchmaschine über den deutschen und österreichischen Markt.

 

Was waren die größten Probleme, mit denen ihr seit eurer Gründung zu kämpfen hattet?

Eindeutig Fokussierung. Wir haben uns viel zu lange mit Dingen beschäftigt, die erst nach dem Launch eines erfolgreichen Produkts kommen sollten. Viel zu lange theoretisch diskutiert, was sein könnte und was sein müsste, statt es praktisch am Markt auszuprobieren. Haben gedacht, dass wir alles auf einmal lösen könnten (Suchmaschine inkl. Import-Abwicklung) und auch an allem gleichzeitig gearbeitet. Das größte Problem war dabei eben, dass an allen Fronten nur wenig voran ging. Besser wäre gewesen, sich auf eine Front zu konzentrieren (hier: internationale Suchmaschine), diese vom Markt so schnell wie möglich validieren zu lassen, und erst danach Partnerschaften für die Import-Abwicklung zu knüpfen. Unsere „Lesson learned“ hatten wir also lange vor dem Produktstart, an dem wir jetzt auf Hochtouren arbeiten.

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Der Countdown.

 

Momentan bietet ihr nur Vergleiche für die beiden Märkte Österreich-Deutschland an. Sind für die Zukunft noch weitere Länder geplant?

Deutschland ist der größte Markt in Europa. 40% aller innerhalb Europas transferierten Fahrzeuge stammen von dort. Daher ist es derzeit nicht sinnvoll, ein weiteres Quell-Land einzubeziehen. Was allerdings nach erfolgreicher Validierung des Produkts sehr bald nachgezogen wird, sind weitere Ziel-Länder wie z.B. Kroatien oder Slowenien. Umfragen haben gezeigt, dass für diese Länder der Import aus dem Ausland genauso interessant ist wie für Österreicher, da der lokale Markt einfach zu klein ist.

 

Was sind eure nächsten Schritte?

Wie bereits kurz erwähnt ist der nächste große Schritt das erste, richtige Release am 2. Dezember. Dabei geht die Suchmaschine für Deutschland/Österreich online, die erstmals und einzigartig für Europa automatisch das beste Angebot auswirft. Dies ist mit dem Import-Service gekoppelt, das ein zuverlässiger Partner für uns abwickelt, der sich bereits mehrmals bewiesen hat. Um dieses Produkt als solches möglichst umfassend abzutesten, wird auch einiges ins Marketing investiert. Wir möchten so die Kundengruppe weiter verfeinern und auch den Need der Menschen und des Marktes bestätigen. Allfällige Korrekturen am Produkt oder an der Geschäftsidee werden auf Basis dieses Markt-Tests ebenfalls vorgenommen.

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Mockup der neuen Version – ab 02. Dezember verfügbar!

Warum würdet ihr den Startup Playground einem potenziellen Gründer weiterempfehlen?

Der Playground ist eine großartige Möglichkeit, mehrere Tage am Stück ungestört an seiner Idee zu arbeiten und sich darauf zu konzentrieren. Es war eine unglaublich intensive Erfahrung. Uns hat es nicht nur für die Idee viel gebracht, sondern uns auch persönlich als Gründer näher gebracht. Auch haben wir gelernt, dass man viele Dinge „tot-diskutieren“ kann, und alles dann schlussendlich trotzdem anders kommt als diskutiert. Deswegen ist „just do it“ sicherlich das beste Motto, das wir weiterempfehlen können – gepaart mit ein paar richtungsweisenden Diskussionen, sodass man nicht im Blindflug unterwegs ist.

 

Danke an Stefan Fedl und micardo für das tolle Interview. Ihr wollt mehr über micardo erfahren? Alle Infos über micardo findet ihr auf www.micardo.com!

Interesse geweckt? Tickets für den diesjährigen Playground sind auf Eventbrite erhältlich. Mehr Infos zum Event findet ihr auf Facebook.