Startup-Interview mit: Nuapua

Im Rahmen unserer Eventreihe Startup Spritzer haben jeden Monat mehrere Startups die Möglichkeit, sich der Grazer Startup-Community zu präsentieren. Unter den wundervollen Startups wählen wir  regelmäßig eines aus, das sich der Community in Form eines Interviews näher vorstellen darf. Diesmal stellen wir euch Nuapua vor – diese verkaufen ein innovatives neues Trinksystem.

Was ist das Besondere an Nuapua und was unterscheidet euch von anderen Trinksystemen?

Mit nuapua gibt es erstmals eine Lösung, um ohne Kompromisse zu trinken. Mit nuapua kann man ungezuckert, natürlich, nachhaltig und praktisch zugleich zu trinken. Bisher haben sich diese Faktoren meist gegenseitig ausgeschlossen. Tee oder die Wasserkaraffe mit Früchten sind ein tolles Getränk, wenn man ungesüßt und möglichst „Wasser-nahe“ trinken möchte, ohne dabei auf Geschmack zu verzichten. Sie sind aber keine praktikable Lösung für unterwegs. Bei den Getränken für unterwegs wiederum handelt es sich meist um zucker- oder zuckerersatzstoffhaltige Getränke, welche darüber hinaus durch ihre Einwegverpackung viel Müll verursachen.

Deshalb haben wir nuapua entwickelt. Mit nuapua kann man sich selbst sein Trinkwasser mit seinem Lieblingsgeschmack veredeln, und zwar 100% natürlich, völlig ohne jegliche Süße und Zusatz irgendwelcher Farb- oder Konservierungstoffe. Das System besteht aus einer hochwertigen langlebigen Bisphenol-A freien Designertrinkflasche (für Zuhause und Büro gibt es alternativ auch eine Glaskaraffe), der jeweiligen Flavorkapsel mit dem bevorzugten Geschmack und dem Flavorizer – einem eigens entwickelten und zum Patent angemeldeten Verschluss – der die Aktivierung der Kapsel und somit die Anreicherung des Wassers mit natürlichen Geschmäckern ermöglicht. Einfach die Flasche/Karaffe mit Wasser befüllen, Kapsel in den Flavorizer einlegen, zuschrauben und dem Trinkvergnügen steht nichts mehr im Weg.

Wie kamt ihr zu der Idee von Nuapua?

Die Initialzündung zum Flavorsystem stammt von unserem Teammitglied Gerhard Fuchs. Einerseits des Zuckerkonsums überdrüssig und andererseits Abwechslung im Wasseralltag suchend, hat er bereits um die Jahrtausendwende begonnen, sein Wasser mit den verschiedensten Kräutern und Früchten aufzupeppen. Diese aufwändige Zubereitung eignete sich jedoch nicht für den mobilen Einsatz (Sport, Reisen, Büro,…). So ist gemeinsam mit drei Freunden (Hermann Bürtlmair, Michael Schmied, Christof Aufschnaiter) die Idee weiterverfolgt worden, diesen feinen Geschmack der Natur in ein praktisches mobiles System zu transferieren. Trinken auf natürlicher Basis und völlig ungesüßt sollte ab sofort immer und überall möglich sein.

Ihr habt euch bei der Finanzierung für Crowdinvesting entschieden. Welche Erfahrungen konntet ihr dabei sammeln und was hat euch dazu gebracht, diese neue Finanzierungsform zu nutzen?

Wir haben bereits zwei Finanzierungsrunden durch die Crowd hinter uns. Noch vor Markteintritt Anfang 2015 haben wir uns durch eine Crowdfundingkampagne auf startnext.de die Fertigung der Erstserie finanziert und damit auch wertvolles Feedback von den Fans erhalten. Im Frühjahr 2016 haben wir den Wachstumsturbo über ein Crowdinvesting auf greenrocket.com gezündet.

Die Finanzierung durch die Crowd ist für uns Finanzierungsform, Kommunikationsplattform und Feedbacktool zugleich. Bei unserer erste Runde, dem Crowdfunding, sahen wir darin die einzigartige Möglichkeit, schon vor Markteintritt in Kontakt mit unseren Kunden zu treten und zu sehen, wie dieses völlig neue „Out-of-the-box-Prinzip“ beim Konsumenten ankommt. Das Crowdinvesting 2016 war eine logische Konsequenz, da wir bereits einmal gute Erfahrungen gesammelt hatten und man uns am österreichischen Markt schon ein bisschen kannte.

 

Was waren die bisher größten Probleme, mit denen ihr seit der Gründung von Nuapua zu kämpfen hattet?

nuapua ist ein sehr komplexes Produkt. Es mussten völlige neue Lösungswege beschritten werden, um diese Art der Geschmacksveredelung von Wasser überhaupt möglich zu machen – Geschmack auf natürlicher Basis, ohne diesen konservieren oder Zucker beisetzen zu müssen. Dies führte zu einer relativ langen Entwicklungszeit von mehr als 6 Jahren und bedurfte auch dementsprechend finanzieller Ressourcen.

Wenn man sich für eine Produktion im eigenen Haus entscheidet, bedeutet das auch einen unglaublich riesigen finanziellen Aufwand, den man stemmen muss. Hier hat der Schuh mit Sicherheit am meisten gedrückt. V.a. auch angesichts des hohen Marktrisikos, denn wir wussten ja nicht, wie der Markt auf das Produkt reagiert, da es keinerlei Vergleichsprodukte und somit Erfahrungswerte gab. So eine Ausgangssituation macht das Lukrieren von Mitteln nicht unbedingt einfacher.

Was sind eure nächsten Schritte?

Nach dem Aufbau und der ständigen Weiterentwicklung des eigenen Onlineshops gilt vor allem der Erschließung des Handels in Österreich und im süddeutschen Raum unsere volle Aufmerksamkeit. Auch bereiten wir uns bereits für die Internationalisierung vor. Gesunde Ernährung, zu wenig trinken, Übergewicht und Diabetes sind ja schließlich nicht nur österreichische Probleme. Und natürlich gibt es schon eine lange Liste an Ideen zur Sortimentserweiterung, sowohl was die Flaschen, aber auch die Geschmackskompositionen oder das Zubehör anlangt.

 

Welche Tipps habt ihr für andere Gründer?

Ausdauer – Team – Spirit.

Für eine wirklich neuartige Erfindung benötigt man einen langen Atem. Wenn etwas richtig gut werden soll, braucht es Zeit. Wichtig ist, dass das Produkt sich von allem Bestehenden am Markt abhebt und dadurch einen deutlichen Mehrwert für den Kunden schafft.

Im Optimalfall sollte das Produkt patentfähig sein und verschafft sich so auch eine Alleinstellung, dank der man sich nicht dem Preisdruck durch Produkte aus Billiglohnländern auszusetzen braucht und sich sogar auf eine nachhaltige Produktion in der Heimat fokussieren kann.

Gründungsvorhaben sind derart komplex, dass sie meistens die Kompetenzen – und auch Ressourcen – eines einzelnen übersteigen. Man muss hinaus aus dem stillen Kämmerlein und sich Gleichgesinnte suchen, die die Vision teilen. Mehr Manpower bedeutet nicht nur weniger externe Kosten, sondern man stärkt und motiviert sich auch gegenseitig, wenn die ein oder andere Hürde auftaucht.

Wichtig ist auch, dass man etwas entwickelt, das einem Freude bereitet und hinter dem man steht. Wird das Geschäftsmodell ein Erfolg, wird es einem intensive Zeiten bescheren. Da sollte auch das was man tut, gerne tun.

 

 

 Danke an Nuapua für das tolle Interview. Ihr wollt mehr über Nuapua erfahren? Alle Infos über Hanfgarten findet ihr auf www.nuapua.com!