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Instahelp und der Blick hinter die Kulissen von „2 Minuten 2 Millionen“

Am 19. Februar pitcht Bernadette Frech ihr Startup Instahelp vor Österreichs prominentester Investoren-Jury in der Puls4-Show „2 Minuten 2 Millionen“. Vorab spricht sie gemeinsam mit Instahelps Business Developer David Fösleitner über die Rushhour des Lebens, Männer und ihre Gefühle und warum sie zum Direktticket für die Show fast „Na, danke“ gesagt hat.

Von Isabella Zick.

Es herrscht reger Betrieb im Büro in der Münzgrabenstraße, das sich Instahelp mit Up to Eleven, Nuki und Logoshuffle teilt. Inmitten dieses Startup-Hubs sitzen mir Bernadette, CEO von Instahelp, und David gegenüber. Wenn man die beiden zum ersten Mal trifft, fällt eines sofort auf: das Lachen. In diesem Startup scheint das Lachen generell eine ganz zentrale Rolle zu spielen und das vergeht den Entrepreneuren nicht einmal beim Gedanken an den Fernsehauftritt in Österreichs größter Startup-Show.

 

Der Fernsehauftritt bei „2 Minuten 2 Millionen“ stellt den bisherigen Höhepunkt in der noch jungen Geschichte von Instahelp dar. 2015 wird Instahelp von Martin Pansy gegründet, der das Unternehmen kurz danach an die Kommunikationsexpertin Bernadette Frech, mit der ihn eine langjährige, sehr gute Zusammenarbeit verbindet, übergibt. Instahelp bietet psychologische Online-Beratung auf allen mobilen Endgeräten und soll die herkömmlichen psychologischen Beratungen komplementär ergänzen. Prominente Unterstützung gibt es vonseiten der Sigmund Freud Privatuniversität Wien und Prof. Ernst Berger.

 

Am 19. Februar wird der Pitch von Bernadette Frech bei „2 Minuten 2 Millionen“ ausgestrahlt. Sie erhalten 1,5 Millionen € Werbe-Investment von Daniel Zech von Seven Ventures. Mit der TV-Werbung von Seven Ventures wird Instahelp seine Marktführerrolle imDACH-Raum weiter ausbauen können. Nach Aufzeichnung und Ausstrahlung der Sendung konnten weitere Investoren an Bord geholt werden. Das eHealth-Startup sichert sich somit, inklusive Mediavolumen des ProSiebenSat.1 Accelerator und SevenVentures, ein Gesamtinvestment von 3 Millionen Euro. Beteiligt an der Investmentrunde von Instahelp sind neben Up to Eleven auch 8eyes rund um Florian Gschwandtner und eine Investmentgesellschaft von Toto Wolff und René Berger.

Warum braucht es psychologische Online-Beratung?

Bernadette Frech: Wir brauchen psychologische Beratung, weil es uns manchmal einfach nicht gut geht. Es wird auf die Physis und Ernährung geachtet, aber nicht darauf, wie es einem seelisch geht. Im stressigen Alltag befassen wir uns zu wenig mit uns selbst, wodurch Erkrankungen wie Burnout und Überlastungen entstehen. Die leistungsfordernde Gesellschaft, Beziehungen, Selbstwertthemen, Ängste – es gibt viele Faktoren, die unser seelisches Wohl beeinträchtigen.

David Fösleitner: Weltweit gibt es über 400 Millionen Menschen, die von mentalen Problemen betroffen sind, die Dunkelziffer ist natürlich noch viel höher. Allein in Europa sind es 120 Millionen Betroffene. Es gibt eine riesige Behandlungslücke, denn nur ein Drittel der Betroffenen bekommt professionelle Hilfe. Wir wollen mehr Menschen eine Beratung bieten und da hat die Online-Beratung viele Vorteile. Die Wartezeit ist kurz, denn bei Instahelp bekommt man innerhalb von 2 Minuten eine Erstantwort und innerhalb von 24 Stunden ein psychologisches Gespräch. Außerdem ist Instahelp flexibel und 24/7 verfügbar und – was wahrscheinlich einer der größten Vorteile ist – anonym. Durch den anonymen und niederschwelligen Kontakt entkommen wir den Stigmata.

David Fösleitner und Bernadette Frech sind auch oft bei unseren Events zu Gast! – Foto: Pia Schulz

Wer sind die Psychologen hinter Instahelp?

Frech: Wir haben circa 50 Psychologen im DACH-Raum, im Vereinigten Königreich und Frankreich. Die Psychologen sind handverlesen und werden durch Kundenbewertungen laufend evaluiert. Wir haben sehr strikte Qualitätskriterien für die Auswahl unserer Psychologen, weil wir dem Kunden die Frage „Wo finde ich einen guten Psychologen?“ abnehmen wollen.

Wie sieht der Ablauf vom Erstkontakt bis zum Beratungsgespräch aus?

Fösleitner: Also grundsätzlich ist Instahelp auf allen mobilen Endgeräten verfügbar. Du gehst in die App, egal ob auf dem Handy oder Computer, und schilderst dort dein Anliegen. Innerhalb von 2 Minuten kommt eine Antwort, egal zu welcher Uhrzeit. Dann kannst du aus Vorschlägen deinen passenden Psychologen auswählen. Dieser meldet sich innerhalb von 24 Stunden bei dir und vereinbart den Verlauf der Beratung mit dir. Ab dann ist es komplett individuell nach Kundenbedürfnis. Du kannst im Chat, per Anruf oder Videocall mit dem Psychologen sprechen.

Frech: Wenn sehr viele Anfragen auf einmal hereinkommen oder es mitten in der Nacht ist, antwortet unser Chatbot Sally auf die Erstanfrage. Ansonsten antworten immer Menschen, das ist uns sehr wichtig – auch in Zeiten von AI und Co.

 

Typische Erstreaktion: „Das brauch ich nicht“

 

Was sind eure Ziele für Instahelp?

Frech: Unser Ziel ist es – und das klingt jetzt sehr idealistisch – die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Wir wollen, dass es den Menschen besser geht und sie mental gesund bleiben. Das treibt uns an und daran arbeiten wir. Das wirtschaftliche Ziel ist, dass wir die führende Plattform für mentale Gesundheit in Europa werden. Im DACH-Raum sind wir bereits die Nummer eins, diesen Vorsprung wollen wir weiter ausbauen.

Fösleitner: Das Stigma psychologischer Beratung loszuwerden, ist mein idealistisches Ziel. Dieses Thema ist sehr negativ belastet und trotz der positiven Rückmeldungen unserer Kunden, ist die erste Reaktion trotzdem immer „Das brauch ich nicht, mir geht’s ja eh gut“. Das ist lustig, denn zum Beispiel in den USA ist es cool, sogar ein Statussymbol, wenn man zum Psychologen geht.

 

„Auch Männer reden offensichtlich gerne über ihre Gefühle“

 

Bernadette Frech pitcht beim Startup Spritzer auf der Uniwiese – Foto: Pia Schulz

Wer nutzt Instahelp denn eigentlich?

Frech: Wir haben da einen recht guten Begriff für unsere Zielgruppe: „Personen in der Rushhour ihres Lebens“. Das bedeutet, unsere Zielgruppe ist zwischen 25 und 50 Jahren alt, mit einem mittleren bis höheren Bildungsniveau. Überraschenderweise sind es zur Hälfte Männer und Frauen. Wir dachten eigentlich, die Mehrheit ist weiblich, aber offensichtlich reden auch Männer gerne über ihre Gefühle.

Das liegt vermutlich an der Anonymität.

Frech: Wahrscheinlich! Wir erreichen Männer und Frauen gleichermaßen, das ist echt schön. Und was unsere Zielgruppe auch ausmacht: Sie ist sehr selbstreflektiert. Unsere Kunden sind generell schon sehr gesundheitsbewusst und mit Instahelp wollen sie weiter an sich selbst arbeiten.

 

„Unsere Chefin ist auch nicht so schlecht“

Wie wichtig ist das Thema Mental Health bei euch im Team und was macht ihr für euer seelisches Wohlbefinden?

Fösleitner: Unser Team ist noch relativ klein, wir sind momentan 8 Personen. Das hat den Vorteil, dass wir uns ständig austauschen und uns so auch auf privater Ebene sehr gut kennenlernen. Oh und unsere Chefin ist auch nicht ganz verkehrt. (lacht)

Frech: Also im Büro mit Nuki und Up to Eleven nennt man uns heimlich den Happy Corner. Unsere Maßnahme ist das Lachen. Wir haben alle ein hohes Stresslevel und auf diese Life-Work-Balance achten wir vermutlich gar nicht so gut. Daher sind wir auch privat sehr aktive Instahelp-Nutzer und reflektieren gerne über uns selbst. Vielleicht sind wir deshalb aber auch sehr aufgeräumt und haben eine gute Teamkultur.

Das 8-köpfige Team ist der Happy Corner im Büro – Foto: Instahelp

Kommen wir zum eigentlich Anlass dieses Interviews: 2 Minuten 2 Millionen Wie seit ihr zu eurem Ticket für die Startupshow gekommen?

Frech: Bei der Langen Nacht der Jungen Wirtschaft hatten steirische Startups die Chance, auf der Bühne der Kasematten ihre Unternehmen zu präsentieren. Der verlockende Preis war ein Direktticket für „2 Minuten 2 Millionen“. Wir durften auf der Bühne vor Daniel Zech von Seven Ventures und dem Präsidenten der steirischen WKO pitchen und dann kam die große Überraschung: Wir haben tatsächlich gewonnen!

Wow, was war deine erste Reaktion auf den Sieg?

Frech: Ich habe mich total gefreut, war aber auch ein bisschen verwirrt, wie ich auf einmal eine Schaufel in die Hand gedrückt bekommen habe. Zuerst wusste ich nicht, was ich mit der Schaufel anfangen soll, bis erklärt wurde, dass das der Preis, das Direktticket für “2min2mio”, ist. Das habe ich nicht gecheckt und war so aufgeregt. dass ich einfach „Na, danke“ gesagt habe, als sie mir die Schaufel in die Hand gedrückt haben.

 

Ein „Na, danke“ zum Direktticket

Wie habt ihr euch auf “2 Minuten 2 Millionen” vorbereitet?

Frech: Die Vorbereitungszeit war bestimmt einer der positivsten Aspekte im Zuge von „2 Minuten 2 Millionen“. Das Team ist noch enger zusammengewachsen und wir haben alle die konstruktiv-kritische Brille aufgesetzt, um unser Startup ideal präsentieren zu können.

Wie sehr unterscheidet sich diese Show vom „echten“ Startupleben?

Frech: Bei „2 Minuten 2 Millionen“ hat man die Chance, sich einer sehr erfahrenen Jury zu stellen, die sich den Pitch anhört und darauf aufbauend Fragen stellt. Diese Situation ist anderen Q&A-Sessions bei Pitchingevents oder bilateralen Investorengesprächen nicht unähnlich. Ich finde, man bekommt auch als Zuschauer einen sehr guten Einblick, wie Investitionsrunden ablaufen. Es findet zwar vor der Kamera statt, aber die Fragen, die die Investoren dort gestellt haben, werden auch sonst gestellt. Die Show ist zwar nur ein Kurzausschnitt aus dem Startupleben, aber ich glaube, dass sie viel frischen Wind in die Gründerszene bringt.

Bei der Langen Nacht der Jungen Wirtschaft gewinnt Frech das Direktticket für „2 Minuten 2 Millionen“ – Foto: Fischer/Junge Wirtschaft

Von welchen der fünf Investoren der Show würdet ihr persönlich gerne mehr lernen?

Frech: Ich möchte mich da gar nicht festlegen, weil alle fünf Investoren einen sehr großen Erfahrungsschatz mitbringen und es einen guten Grund hat, warum sie in dieser prominenten Jury sitzen. Ich habe mich gefreut, von jedem einzelnen lernen zu dürfen und ich würde sie gar nicht werten wollen.

Fösleitner: Da schließe ich mich natürlich an. Für mich persönlich aber ist Florian Gschwandtner einer der spannendsten Investoren. Ich kann mit seinem Produkt Runtastic auf sportlicher Ebene sehr viel anfangen. Außerdem ist es faszinierend, wie jemand in so jungen Jahren so ein großes Unternehmen aufbaut und dann für über 200 Mio. Dollar verkauft. Da hat man sicher irgendwas richtig gemacht.

 

Beitragsbild: Fischer/Junge Wirtschaft