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What’s your problem?

„Ein Startup soll ein Problem lösen” – eine idealistische Idee, die jeder Gründer gerne umsetzen möchte. Doch gibt es heute überhaupt noch genügend Probleme, für die Firmen eine Lösung finden können? Immerhin gibt es doch bereits Erfindungen, die nahezu jeden Teil unseres Lebens erleichtern.

Trotz der Unmengen an Erfindungen finden innovative Geister immer noch Ideen für neue Probleme. 4149 Gründungen gab es laut WKO Steiermark im Jahr 2017 – ein deutliches Indiz dafür, dass die Ideen bzw. Probleme noch lange nicht ausgehen. Doch wie finde ich ein Problem, das nicht nur mich betrifft und wie wandle ich dieses in eine Geschäftsidee um? Wir haben für euch nachgefragt und die besten Ansätze im neuen Artikel zu “Von der Idee zum Startup” zusammengefasst.

Im letzten Artikel der Strecke ging es unter anderem um die „ewigen Gründer”. Diese lieben es neue Startups zu gründen, oft unabhängig von der Art des Produktes. Bei dieser problembasierten Art des Gründens schwindet schnell die Leidenschaft für das Produkt. Einige erfolgreiche Entrepreneurs sind der Meinung wenn persönliches Interesse und tiefe Überzeugung nicht im Vordergrund stehen, ist die Idee zum scheitern verurteilt.

auch Stefan Strein von doro weiß, wie man richtig Probleme findet

Stefan Strein, CEO von doro, hat schon im März bei unserem Startup spritzer als Success Story gepitcht – Foto: Pia Schulz

„Probleme sind subjektiv”

„Die Gefahr besteht darin, dass Leute oft denken, dieses Problem hätten mehrere, wenn dem nicht so ist”, sagt Stefan Strein von doro, „Das ist eine sehr subjektive Denkweise.” Auch Christoph Schöggler von Aurox ist skeptisch. Seiner Meinung nach sei problembasiertes Gründen nicht zielführend. „Man muss eine gewisse Leidenschaft für seine Idee haben, da kann man nicht einfach irgendein Problem lösen”, sagt Christoph.

Im Gegensatz dazu haben Theresa Stingeder und Lisa „Schoko” Schoklitsch gezeigt, dass man auch erfolgreich sein kann und Leidenschaft für seine Idee haben kann, wenn man zuerst das Problem gesucht hat. Die beiden haben in drei Bereichen, die sie interessieren, aufgeschrieben was es dort für Problemstellungen gibt. Danach haben sie versucht alle drei Bereiche so miteinander zu verbinden. Mit dieser Methode können die beiden drei Fliegen mit einer Klatsche erschlagen und mehrere Nischen bedienen. So entstand skillXchange. Eine App, bei der sich Menschen „matchen” können, um einander Fähigkeiten beizubringen. Wir sind schon gespannt auf das fertige Produkt.

Bei dieser Methode ist es wichtig, Bereiche zu wählen, die einen interessieren und einem wichtig sind. Nur so kann man auf jene Probleme – und in weiterer Folge Ideen – stoßen, mit denen man sich gerne und mit Überzeugung beschäftigt.

Egal auf welche Art man zu seiner Idee kommt, wichtig ist es, dass man damit ein oder mehrere Probleme löst. Nur so hat ein Produkt einen Nutzen für potentielle Kunden. Stefan Streins Tipp an alle Gründer: „Hört euch in der Startup-Szene um und redet mit anderen über eure Idee. So könnt Ihr am besten sicherstellen, dass euer Produkt einen Marktwert hat.”